Beziehungen gestalten – Basis für Führungserfolg (5/5)

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Lesedauer: 4 Min.

In den letzten Blogbeiträgen berichtete ich über die ersten vier Schritte in Ihren Führungserfolg: Commitment, Empowerment, Verantwortung und Vertrauen.

 

 

Beziehungen gestalten – Basis für Führungserfolg

Heute geht es um Beziehungsfähigkeit respektive Verbundenheit, den fünften Schritt in Ihren Führungserfolg. Beziehungsfähigkeit ist Ihre Fähigkeit, mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen und die Beziehung zu ihnen zu halten. Anderen – und auch sich – verbunden zu bleiben.

 

Gelingt es Ihnen nicht, gute Beziehungen herzustellen, sind Probleme vorprogrammiert. Diese reichen von Missverständnissen, Streitereien, Rechthaberei, Machtkämpfen, Verurteilungen, verdrängten Bedürfnissen bis hin zu Verschwörungstheorien.

 

 

Ein nährreicher Boden

Sind Sie fähig, Bindung zu anderen aufzubauen, dann hat dies einen nährreichen Boden. Auf diesem Boden wachsen die unterschiedlichsten Früchte.  Sie können reich ernten.

 

Sie achten andere, vertrauen ihnen, ohne jedoch blauäugig zu sein. Verantwortung für sich und andere übernehmen, zählt ebenso dazu wie über Gefühle sprechen und Gefühle zeigen. Sie äußern Ihre Bedürfnisse, sich und anderen gegenüber und setzen Grenzen. Und besonders wichtig, Sie ertragen Konflikte und können diese auch austragen.

 

 

So gestalten Sie gute Beziehungen

Die folgenden 4 Grundlagen und Übungen eignen sich sowohl für den beruflichen als auch den privaten Bereich.

 

#1 Nähe und Eigenständigkeit

Vielfach erlebe ich Führungskräfte, die auf Distanz zu ihren Mitarbeitern gehen. Denn zu viel Nähe wird als unangenehm empfunden oder teilweise sogar als schmerzlich wahrgenommen. Beispielsweise dann, wenn Vertrauen missbraucht wird, unliebsame Entscheidungen getroffen werden müssen, verschiedene Meinungen aufeinanderprallen usw.

 

Wie geht es Ihnen? Suchen Sie die Nähe Ihrer Mitarbeiter? Nähe im Sinne von „sich für den anderen Menschen ehrlich interessieren“. Oder gehen Sie lieber auf Distanz?

 

Übung

Welchen Ihrer Mitarbeiter würden Sie durch mehr Nähe stärken? Welcher Ihrer Mitarbeiter wünscht sich mehr Eigenständigkeit in seinem Aufgabenbereich? Wo wollen Sie freier und unabhängiger sein?

 

 

#2 Andersartigkeit

Aus der Vielfalt des anders sein resultieren unzählige Konflikte.

 

Haben Sie aktuell eine Situation, in der es Ihnen wenig gelingt, die Andersartigkeit Ihres Gegenübers zu akzeptieren?
Beispielsweise, weil der andere nicht das macht, wie Sie sich das vorstellen oder der andere Entscheidungen trifft, die Sie für falsch halten. Welche Differenzen gilt es zwischen Ihnen und Ihrem Gegenüber zu überbrücken?

 

Übung
Gelingt es Ihnen im beruflichen Alltag nicht, die Beweggründe und die Vorzüge Ihres Gegenübers zu würdigen, dann probieren Sie die Akzeptanz-Übung.

Setzen Sie sich in einer stillen Stunde hin und notieren Sie auf einem Blatt Papier. Schreiben Sie auf, was den anderen interessant macht, was Sie an ihm schätzen.
In welcher Hinsicht ist der andere so ganz anders als Sie? Was können Sie von dem anderen und aus der Situation lernen? Wie wollen Sie dem anderen künftig begegnen?

 

 

Beziehungsfähig werden

Bereit zu sein, sich gemeinsam mit anderen weiter zu entwickeln ist elementar für Ihre Beziehungsfähigkeit. Dazu gehört auch, hier und da Kompromisse einzugehen.

 

 

#3 Sich selbst kennen
Wozu dient es Ihnen, sich selbst besser kennen zu lernen?

 

Je besser Sie über Ihr eigenes Denken, Fühlen und Handeln wissen, umso leichter fällt es Ihnen, sich in andere hineinzuversetzen. Das öffnet Ihnen die Türen zu den Herzen anderer. Und die Tatsache, dass sich viele Denk- und Verhaltensweisen in Ihrer Entwicklungsgeschichte als Kind geprägt haben, kann nur von Vorteil sein.

 

 

#4 Empathie
Beziehungen leben von Kontrasten. Sich in andere Menschen hineinversetzen, ist eine wertvolle Grundlage guter Beziehungen.

 

Können Sie anderen gedanklich und emotional folgen, verstehen Sie das Handeln anderer besser. Vieles, was Sie an anderen verärgert oder auch kränkt, geschieht selten aus böser Absicht heraus. Eher aus Gedankenlosigkeit.

 

Übung
Eine gute Übung in Sachen Empathie: Versuchen Sie die Dinge ganz bewusst einmal durch die Augen Ihres Gegenübers zu sehen. Sich hin und wieder in den Partner hineinzuversetzen hilft, sich klar zu machen, wie er die Welt – und damit auch die Beziehung – sieht.

 

Wären Sie an dessen Stelle, wie würden Sie sich fühlen? Wie würden Sie dann über eine Sache denken? Diese Übung stellt eventuell eine große Herausforderung für Sie dar, wenn Sie sich mit anderen bereits im „Kriegszustand befinden“.

 

 

Fazit

Gute Beziehungen führen dazu, dass die Arbeit, die getan werden muss, erledigt wird. Gleichzeitig werden alle Beteiligten gefordert und gefördert. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entsteht.

Sie und alle anderen arbeiten für den gemeinsamen Erfolg, den Unternehmenszweck.

 

Aus guten Beziehungen ergeben sich Nähe und Erfolg voller Leichtigkeit.

Ein Gefühl von „zu Hause sein“.

 

 

Herzlichst

Christine Riederer

 

Bildquelle: pixabay.com/bichnguyenvo/CCO

 

Inhaltsverzeichnis „Ihr Führungserfolg“
– Der erste Schritt in Ihren Führungserfolg (Teil 1)

– Steuern Sie Ihren Führungserfolg (Teil 2)
– Dreifache Führungsverantwortung (Teil 3)
– Vertrauen schaffen (Teil 4)
– Beziehungen gestalten (Teil 5) – Sie befinden sich hier

 

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