How-Tos als Lösungen

//How-Tos als Lösungen

⏱ 3 Min. | 07. Feb. 2021

Die meisten Menschen wollen „Lösungen“ weil sie nicht bereit sind, an die Wurzel des Problems zu gehen. Das wahre Problem erkennen und verstehen, darum geht es. Ein altes Sprichwort fällt mir in diesem Zusammenhang ein: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“.

 

 

How-Tos als Lösungen

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Lösungen einem Opiat gleichkommen. Die meisten How-Tos-Listen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Heilmittel zur Gewohnheitsänderung sind zu Drogen geworden, die die Symptome maskieren, doch auf lange Sicht verschlimmern sie das Problem.

 

 

Thema Meeting

Nehmen Sie nur das Beispiel „Meetings – effektiv und effizient führen“. Es gibt unzählige Schritt-für-Schritt-Anleitungen, an die sich offensichtlich niemand halten will oder kann. Viele Führungskräfte nehmen es stillschweigend hin, dass sie nicht wissen, weshalb das Meeting einberufen worden ist, was die Zielsetzung ist, wie lange es dauern wird usw. Und nach dem Meeting wird gemeckert, dass es mal wieder ein Labermeeting gewesen sei.

 

Das Problem ist vielleicht das Gefühl, dass jemand über uns verfügen kann oder unsere eigene Ohnmacht, dass wir uns nicht fragen trauen, was unser Beitrag zu dem Meeting sein soll. „Sich eine Blöße geben“ ist für viele Führungskräfte ein Zeichen von Schwäche.

 

Oder brauchen wir andere Menschen, um zu Lösungen zu kommen?

Das Problem betrachten

Was wäre, wenn wir, anstatt den Schmerz zu betäuben und Erkenntnissen auszuweichen, das Problem (den Schatten) selbst unter die Lupe nehmen würden?

 

Wenn Sie den Job wechseln, weil Ihr Vorgesetzter unerträglich ist, sollten Sie sich fragen, weshalb Sie immer wieder in diese Falle tappen, sich einen „unerträglichen Vorgesetzten auszusuchen. Eine Anleitung, wie Sie Ihren Chef verändern, bringt Ihnen sicher auch keine nachhaltige Lösung. Neben „unerträgliche Vorgesetzte“ ließe sich auch fehlende Wertschätzung zum Thema Jobwechsel anführen und hinterfragen (Handlungsoptionen erkennen können).

 

Wenn Sie zu viel Dinge besitzen, hilft es nicht, sich ein „55 Entrümpelungsschritte“-Video anzusehen. Das Problem ist nicht ein Mangel an Entrümpelungstipps. Das Problem ist die Anhaftung an Sachen, von denen Sie sich nicht trennen können.

 

Wenn Sie zur Ruhe kommen wollen, wird das Grübeln über die „7 Gewohnheiten effektiver Menschen“ Ihnen keinen Frieden bringen. Das Problem sind nicht Ihre „schlechten“ Gewohnheiten – das Problem ist zu denken, dass „gute“ Gewohnheiten Freude auslösen werden.

 

Wenn Sie den Partner oder die Partnerin fürs Leben suchen und keine*n finden. Woran das liegen mag?

Das Warum des Problems verstehen

Lösungen sind verführerisch, aber sie lösen selten etwas, weil die Jagd nach einer „Lösung“ unsere Aufmerksamkeit von dem Problem ablenkt.

 

Nur wenn wir die grundlegende Natur des Problems verstehen, wird es dauerhaft beseitigt. Es gibt viele subtile Ebenen, auf denen das Problem entstanden sein kann. Wenn Sie das Warum verstehen, erledigt sich das Wie von selbst.

 

Vielfach tragen wir mit unserem Verhalten und unseren Handlungen dazu bei, das Problem zu verstärken. Nur wenn uns das bewusst wird, eröffnen sich unzählige neue Lösungswege.

 

Und Sie werden künftig auftretende Probleme lösen können, ohne nach einer How-To-Anleitung zu suchen. Denn dann haben Sie eine unbewusste Kompetenz entwickelt, sich den Herausforderungen Ihres Berufs und des Lebens stellen zu können, ohne darüber nachdenken zu müssen.

 

„Manche Probleme brauchen keine Lösung, stattdessen verlangen sie nach der Reife, über sie hinauszuwachsen.“

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