Verantwortung übernehmen

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Verantwortung übernehmen - große Freiheit oder enorme Belastung?

Verantwortung übernehmen – große Freiheit oder enorme Belastung?

Verantwortung gilt als eines der Schlagworte der modernen Arbeitswelt. Allerdings liegen die
Erwartungen an Verantwortung bei verschiedenen Mitarbeitern und Führungskräften häufig weit
auseinander. Denn wo der Eine unter Verantwortung die große Freiheit des eigenen Tuns erkennt,
bedeutet für den Anderen Verantwortung zunächst eine klare Beantwortung der Schuldfrage im
Falle des Scheiterns. Letztendlich bedeuten beide Ansätze aber lediglich eine sehr einseitige
Annäherung an ein kontroverses wie komplexes Thema eines modernen Arbeitsumfelds.

 

Verantwortung als Pflicht

Der Duden beschreibt Verantwortung als die Pflicht dafür zu sorgen, dass alles einen guten Verlauf
nimmt und dass niemand zu Schaden kommt. Bereits dieser Formulierung kann man sehr deutlich
entnehmen, dass Verantwortung zuallererst als Pflicht angesehen wird. Wer die Verantwortung trägt,
muss für den Erfolg Sorge tragen. Wer verantwortlich ist, muss die Sicherheit aller Beteiligten
gewährleisten. Zweifelsohne besteht dieser Pflichtcharakter der Verantwortung tatsächlich. Denn
mit einem bestimmten Maß an Verantwortung geht in der heutigen Arbeitswelt nahezu zwangsläufig
eine bestimmte Stellung im Unternehmen und damit auch ein gewisses Gehalt einher. Folgerichtig
schlussfolgern viele Mitarbeiter, dass der oder die Verantwortliche für die ihnen eigene
Verantwortung eine entsprechende Entlohnung enthalten und diese Last daher zu tragen haben.
Allgemein wird von Verantwortung meist dann gesprochen, wenn Dinge nicht den gewünschten
Erfolg erzielen, oder wenn schwerwiegende Probleme auftreten. Dass in diesem Zusammenhang
Verantwortung meist mit Schuld gleichgesetzt wird, bleibt jedoch oft außer Acht. Bereits der Dalai
Lama äußerte sich völlig richtig, in dem er sagte „Oft schieben wir anderen die Verantwortung
für unsere Probleme zu.“
(Quelle: 1001sprueche.com) Denn nur, weil die Verantwortung für
eine Sache bei einer anderen Person liegt, entbindet dies die daran Mitwirkenden nicht von deren
eigener Verantwortung für ihr eigenes Handeln.

 

Verantwortung als Chance

Betrachtet man Verantwortung dagegen nicht als Last, sondern als positive Eigenschaft einer
Arbeitsstelle, sieht der Inhalt der Verantwortung deutlich anders aus. Aus der Verpflichtung, Schuld
zu übernehmen, wird die Chance, Weichen zu stellen. Denn formuliert man die eingangs betrachtete
Interpretation des Dudens um, wird aus der Pflicht, für einen guten Verlauf zu sorgen, ganz einfach
die Möglichkeit, den Projektverlauf zu verändern. Selbstverständlich sind die Ziele Erfolg und
Schadensfreiheit weiterhin unverändert. Aus der Verpflichtung, diese sicherzustellen, wird aber die
Gelegenheit, den Weg dorthin frei zu wählen.
Ab diesem Moment beginnt die Verantwortung, ihre positiven Seiten deutlich zu zeigen. Wer
verantwortlich ist, gibt die Richtung vor. Das bedeutet in vielen Fällen die Möglichkeit, die eigene
Kreativität in einen Entscheidungsprozess einzubringen und die erforderlichen Tätigkeiten nach den
eigenen Vorstellungen und Wünschen zu gestalten.

 

Fazit – Verantwortung zwischen Last und Anreiz

Sicherlich werden sich Menschen in verantwortlichen Positionen die ihnen obliegende
Verantwortung nie ausschließlich positiv oder nur negativ bewerten. Je nach Erfolg und Problemen
wird die Sicht auf die Verantwortung zwischen diesen beiden Extremen bewegen und mal die eine,
mal die andere Seite mehr in den Mittelpunkt stellen.

Genau diese Mehrschichtigkeit bietet den Führungskräften die Gelegenheit, aktiv mit der
Verantwortung als Motivator und Steuerungsinstrument zu agieren. Verteilt man Verantwortung auf
mehrere Mitarbeiter, profitieren alle von deren positiven Aspekten, während die negativen
Auswirkungen je Mitarbeiter lediglich anteilig und somit weniger stark in Erscheinung treten.

 

Danke an Noah Cammann, von 1001sprueche.com, für seinen Gastbeitrag.

 

Bildquelle: pixabay.com / CC0

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