Wie man mit Druck am Arbeitsplatz umgeht (1/2)

//Wie man mit Druck am Arbeitsplatz umgeht (1/2)

⏱ 4 Min. | 02. Mai 2021

Woran Sie als Führungskraft erkennnen, ob Sie unter chronischem Druck stehen? Neben dem Erleben von Burnout können auch andere Probleme auftreten. Neun Möglichkeiten, wie Sie mit unangemessenem Arbeitsdruck umgehen können, erfahren Sie in Teil 2.

 

Druck ist eine Konstante jedes Menschen. Egal, was die Arbeit mit sich bringt, egal, wie sehr Sie diese mögen; Sie werden immer einem gewissen Druck ausgesetzt sein.

 

Während es normal ist, sich gestresst und unter Druck zu fühlen, ist chronischer Druck etwas, das man um jeden Preis vermeiden und bewältigen sollte. Ich selbst war zu verschiedenen Zeitpunkten in meinem Leben unterschiedlich starkem Druck (nicht nur bezüglich der Arbeit) ausgesetzt. Anfangs sah ich das als normal an, bis ich es irgendwann nicht mehr aushalten konnte. Zu diesem Zeitpunkt habe ich recherchiert, wie man mit arbeitsbedingtem Druck umgehen kann, und meine Erkenntnisse anschließend eingesetzt. Dies hat mir geholfen, sowohl bei der Arbeit als auch in anderen Dingen produktiver und entspannter zu werden.

Wie man mit Druck am Arbeitsplatz umgeht (1/2)

 

Wie mit arbeitsbedingtem Druck umgehen?

Es ist wichtig, dass Sie herausfinden, was für den Druck verantwortlich ist, bevor Sie Schritte einleiten, etwas dagegen zu unternehmen.

 

Zwei Arten von Druck

Es gibt zwei Arten von Druck, einen inneren und einen äußeren.

Der innere Druck ist der, den Sie sich selbst auferlegen. Das kann eine Forderung von Ihnen selbst an sich sein, härter zu arbeiten und mehr zu erreichen. Es kann ein Druck sein, der Beste in etwas zu werden oder auch der Druck, es allen Recht machen zu müssen. Oder der Druck „leisten“ zu müssen und auch Ihr Perfektionismus.

 

Diese Anforderungen, die Sie an sich selbst stellen und mit denen Sie kämpfen, können ausufern. Wenn der Druck unkontrolliert bleibt und nicht richtig bewältigt wird, fordert er seinen Tribut, sowohl physisch als auch psychisch.

 

Der andere Druck, mit dem wir zu kämpfen haben, ist der Druck von außen. Wie der Name schon sagt, bezieht sich dieser auf den Druck, der von außen auf uns ausgeübt wird. Ein Beispiel dafür ist ein Vorgesetzter, der Sie mikromanagt oder Ihnen permanent Arbeiten überträgt, die innerhalb von kurzer Zeit erledigt werden müssen. Oder ein Chef, der Ihre Lorbeeren zu seinen eigenen deklariert usw.

8 Beispiele für Druck bei der Arbeit

Druck ist sehr facettenreich und individuell von Person zu Person unterschiedlich. Das, was den einen nervt, kann einen anderen völlig unbeteiligt lassen.

 

Druck kann beispielsweise durch folgende Umstände hervorgerufen werden;

– Mangelndes Interesse und/oder fehlendes Engagement an der Arbeit

– Der Zwang, Termine einhalten zu müssen und sich dadurch selbst unter großen Stress zu setzen

– Wenig bis keine Möglichkeiten für Wachstum und persönliche Entwicklung

– Einen Chef zu haben, der die außergewöhnlichsten Dinge verlangt

– Ein Mangel an sozialem Unterstützungssystem am Arbeitsplatz

– Widersprüchliche Anforderungen (z. B. unpassende Leistungserwartungen)

– Keine Wertschätzung und Anerkennung für herausragende Leistungen

– Frustration darüber, herumkommandiert zu werden und kein Mitspracherecht bei arbeitsbezogenen Entscheidungen zu haben

– Unterbezahlt zu sein, oder sich so zu fühlen.

Woran Sie erkennen, dass Sie bei der Arbeit unter zu viel Druck stehen?

Druck kann in der richtigen Dosierung eine sehr gute Sache sein, da er Menschen anspornt, härter zu arbeiten und mehr zu erreichen. Wenn er jedoch einen bestimmten Punkt überschreitet, beginnt das Gegenteil zu passieren, und die Leistungen beginnen zu sinken, anstatt zu steigen.

 

Das erste erkennbare Zeichen dafür, dass der Druck, unter dem Sie stehen, zu viel für Sie ist. Ein Gefühl der Unzufriedenheit macht sich breit. Dies wird sich in Ihrer Arbeit und Ihrer Einstellung zu den Dingen an Ihrem Arbeitsplatz manifestieren. Das nächste, was folgt, ist, dass Ihre Produktivität zunächst etwas nachlässt.

 

Wenn diese Anzeichen nicht bemerkt und beachtet werden, beginnen sich die Dinge zu verschlimmern. Sie erleben Stress, Traurigkeit und sogar Angst. Arbeiten, die Ihnen vorher leicht von der Hand gingen, werden zeitintensiv und quälend. Sie suchen nach Lösungen, geben diese wieder auf, weil Sie nach einer Weile der Suche überzeugt sind „So schlimm es ja gar nicht“.

 

Nach dieser Phase – die sich über mehrere Jahre hinziehen kann – kommt es dann zum Burnout, einem Gefühl extremer Erschöpfung, dass man zu viel und zu hart gearbeitet hat und einem unangemessenen Druck ausgesetzt war.

 

Neben dem Erleben von Burnout können auch andere Probleme auftreten. Dazu gehören Krankheiten als Folge eines durch Stress geschwächten körpereigenen Immunsystems, mentale und emotionale Probleme wie Depressionen und Unglücklichsein und/oder Verhaltensprobleme wie Aggression.

 

Einige der negativen Auswirkungen von zu viel Druck wurden bereits festgestellt; andere Auswirkungen sind: Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit, Fettleibigkeit, Herzbeschwerden und vieles mehr. Manche Menschen machen den Fehler, dass sie versuchen, den Druck, unter dem sie stehen, mit Alkohol oder sogar Drogen zu bekämpfen. Dies ist jedoch nicht empfehlenswert, da es nur zu weiteren Komplikationen führen wird.

Stresstagebuch führen

Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über Ihre stressigen Situationen. Führen Sie ein Stresstagebuch und finden Sie heraus, was Sie stresst.

 

Das Stresstagebuch ist ein wirkungsvolles Instrument, um die anstrengenden Ereignisse des Tages zu sortieren. Wenn Sie die diffusen Gedankenströme schriftlich notieren, ziehen Sie einen Schlussstrich unter dem Erlebten und können viel leichter abschalten.

 

Die Aufzeichnungen helfen Ihnen gleichzeitig, ein Muster zu erkennen: Vielleicht setzen Sie die falschen Prioritäten oder werden immer durch Mitarbeiter/Kollegen gestört. Vielleicht sind es die Besprechungen mit Ihrer Chefin. Vielleicht geraten Sie immer in Zeitnot, weil Sie in der Unordnung auf Ihrem Schreibtisch nichts auf Anhieb finden. Manchmal kann aber auch die Geräuschkulisse stressen, weil Sie ständig den Drucker neben Ihrem Büro hören. Erst wenn Sie wissen, was bzw. wer Sie stresst, können Sie die entsprechenden Veränderungen durchführen.

 

Notieren Sie Ihre Gedanken regelmäßig (mindestens für einen Zeitraum von 3 – 4 Wochen) auf dem Computer oder in einem eigens angeschafften Notizbuch. Erstellen Sie dafür eine Tabelle mit sieben Spalten:

  • 1. Spalte: Datum und Uhrzeit
  • 2. Spalte: Stressauslöser
  • 3. Spalte: Stresslevel
  • 4.  bis 6. Spalte: Was hat das bei Ihnen – mental, emotional, als Handlung – ausgelöst ?
  • 5. Spalte: Ideen für Lösung

 

Sie müssen nicht auf die Minute genau Ihren Arbeitstag in dem Stresstagebuch festhalten. Schreiben Sie nur die Situationen auf, die Sie belasten und stressen. Dann überlegen Sie, wie Sie sich in dem Moment gefühlt haben. Hier geht es um Ihre Gefühle. Versuchen Sie Ihre Emotionen so genau wie möglich zu beschreiben. Die siebte Spalte für Lösungen kann zunächst frei bleiben. Damit befassen Sie sich erst dann, wenn Sie sich beruhigt haben und nicht mehr in der belastenden Situation stecken.

Hinweis: Zum Einfügen weiterer Zeilen die Tabulator-Taste drücken.

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