Wie Sie die mentale und emotionale Gesundheit Ihres Teams erhalten (1/2)

//Wie Sie die mentale und emotionale Gesundheit Ihres Teams erhalten (1/2)

⏱ 5 Min. | 28. März 2021

Erfahren Sie, wie Sie ein gesundes, belastbares und engagiertes Team schaffen und erhalten können, auch in Zeiten beispiellosen Wandels. In Teil 1 und in Teil 2 stelle ich Ihnen vier Werkzeuge nebst Fallbeispielen vor.

 

 

Wie Sie die mentale und emotionale Gesundheit Ihres Teams erhalten (1/2)

Ihre erste Aufgabe als Führungskraft ist es, dafür zu sorgen, dass Ihr Team gesund und stark ist. Wenn Ihr Team weiß, dass Sie sich aufrichtig kümmern und darauf konzentrieren, das Leben für sie zu verbessern, ist das Ergebnis in Form von Loyalität, Respekt und Leistung hervorragend.

 

Die Menschen sind immer noch geschockt von den massiven Veränderungen und Umwälzungen, die mit der Pandemie einhergingen bzw. einhergehen. Es gibt so viel Unsicherheit in allen Bereichen des Lebens. Sie können darauf wetten, dass sich das auf den Stresslevel, wenn nicht sogar auf die mentale Gesundheit Ihres Teams auswirkt.

 

Sie müssen jetzt deutlich mehr Zeit damit verbringen, Ihre Mitarbeiter zu führen. Es wird Ihren Fokus und Ihre persönliche Aufmerksamkeit erfordern, um Ihr Team dorthin zu bringen, wo es sein muss.

Risse zeigen sich
Die Leute sind an ihrer Belastungsgrenze angelangt. Wenn Sie nicht etwas ändern, führt das zu langfristigen Problemen mit Ihren Mitarbeitern, Ihrer Gesamtleistung und Ihrer Kultur.

 

Aktuelle Studien ergaben, dass bei 75 % der Angestellten die allgemeine mentale und emotionale Gesundheit schlechter ist als vor der Pandemie. 25 % davon sagen, dass ihre mentale und emotionale Gesundheit auf einem gefährlich niedrigen Niveau liegt. Es liegt also noch einiges an Arbeit vor uns.

 

Über psychische Probleme erfährt man nichts, bis es zu spät ist.

 

Wenn man erst einmal entdeckt hat, dass Menschen unter erheblichen psychischen Problemen leiden, wie Angstzuständen, Depressionen oder Ähnlichem, ist das ein ernstes Problem, für das es keine schnelle Lösung mehr gibt.

 

Psychische Gesundheit wirkt sich nicht nur auf den Einzelnen aus, sondern auch auf sein Familienleben. Es sendet oft auch Schockwellen durch das Team, in dem sie arbeiten, und sogar durch das gesamte Unternehmen. Es ist unsere Aufgabe und Verantwortung als Führungskräfte, das zu tun, was wir können, um dies zu verhindern und andere zu unterstützen.

 

Denken Sie bitte auch an sich selbst und lassen Sie sich supervidieren oder stärken Sie sich durch kollegialen Austausch.

Vier Führungswerkzeuge, um mentale und emotionale Gesundheit zu fördern

1 Empathie

Empathie ist ein einfaches Konzept, über das man in der Theorie viel reden kann, aber es braucht Fingerspitzengefühl und Erfahrung, um herauszufinden, wie man Empathie als Führungskraft umsetzt. Sie zeigt sich darin, dass Sie wissen, was im Leben Ihrer Teammitglieder vor sich geht und wie diese sich fühlen.

 

Bei Empathie geht es darum, all dies zu berücksichtigen und sich dann so zu kümmern, um mit der Person zusammenzuarbeiten, um bessere Bedingungen zu schaffen. Beispielsweise für eine alleinerziehende Mutter mit zwei kleinen Kindern oder einen Mitarbeiter, dem bisher ein Einzelbüro zur Verfügung stand und der nun sein Homeoffice im Wohnzimmerbereich eingerichtet hat.

 

Empathie ist eine wertvolle Fähigkeit (Führungswerkzeug), die Sie als Führungskraft kultivieren müssen. Sobald Sie verstehen, wie Empathie wirkt und wie Sie sie in Ihren Führungsstil einbauen und integrieren können, werden Sie einen Unterschied in der Reaktion Ihrer Mitarbeiter sehen.

 

Einfühlsame Führung erzeugt Loyalität und steigert die Teamleistung. Menschen wissen gerne, dass sie unterstützt und umsorgt werden. Das gibt ihnen das Gefühl, wertgeschätzt zu werden.

Kümmern Sie sich um die Person und sie wird sich um ihren Job kümmern.

Fallstudie
Ich arbeitete mit einem Geschäftsführer zusammen, der bereits vieles von dem umgesetzt hat, was einen Leader ausmacht. Sein Team hat positiv darauf reagiert, da er sich wirklich um seine Mitarbeiter kümmert. Kürzlich schaute ich bei ihm vorbei, um zu sehen, wie es ihm geht. An seinem Zögern konnte ich erkennen, dass er eine harte Zeit hatte.

 

Er berichtet in regelmäßigen Abständen an den Eigentümer des Unternehmens und ist größtenteils auf sich allein gestellt, um das Geschäft zu führen. Der Besitzer hat nie Interesse am Wohlergehen der Menschen vor Ort gezeigt. Er hat sich immer nur um die finanzielle Performance des Unternehmens gekümmert.

 

Der Geschäftsführer hat so viel für seine Mitarbeiter und den Job gegeben, dass er nahe an einem Burnout war. Er brauchte eine Pause, also erzählte er dem Eigentümer, dass er eine harte Zeit hatte und nahm dann zwei Wochen Urlaub, um sich zu erholen. Obwohl er sich durch dieses offene Gespräch über seinen körperlichen und geistigen Zustand angreifbar machte, meldete sich der Eigentümer nie, um zu fragen, wie es ihm ging.

 

Alles, was dieser Geschäftsführer wollte, war ein persönliches Interesse des Besitzers. Ein „Fühlen Sie sich nach Ihrer Pause besser?“ hätte gereicht; etwas Menschliches, zu dem er eine Verbindung aufbauen konnte, sodass er sich weniger wie eine Maschine fühlte, die Zahlen ausspuckt.

 

Die Verbundenheit, die Menschlichkeit und das Interesse seitens seines Chefs war der letzte Strohhalm gewesen, der ihn all die schwere Arbeit hat tun lassen. Das war seine letzte Woche in der Firma, er hat gekündigt. Ich kann es ihm nicht verübeln.

2Extrovertierte und Introvertierte verstehen
Es gibt drei Persönlichkeitstypen, mit denen man in jedem Team zu tun hat, und jeder von ihnen erfordert einen anderen Führungsstil.

 

Je nachdem mit wem Sie arbeiten, ist es eine wichtige Fähigkeit, diese zu erkennen und sich anzupassen. Jeder Einzelne ist entweder introvertiert, extrovertiert oder ambivertiert. Ein Introvertierter lädt sich auf, indem er ruhig und allein ist, während Extrovertierte gedeihen, wenn sie unter Menschen sind.

 

Ein ambivertierter Mitarbeiter (2/3 der Bevölkerung) ist eine Kombination aus beidem. Das Kunstwort beschreibt einen Zwischenzustand, der zwischen introvertiert und extrovertiert liegt. Von beidem etwas, aber eben keine eindeutige Ausprägung.

 

Sie müssen kein Gedankenleser werden, um die mentale und emotionale Gesundheit Ihrer Teammitglieder zu erkennen. Sie müssen nur auf Abweichungen von ihrem normalen Verhalten achten.

 

Mehr zu den Warnzeichen und den beiden weiteren Führungswerkzeugen, um mentale und emotionale Gesundheit zu fördern im nächsten Beitrag.

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