Wie Sie die mentale und emotionale Gesundheit Ihres Teams erhalten (2/2)

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⏱ 5 Min. | 24. April 2021

Erfahren Sie, wie Sie ein gesundes, belastbares und engagiertes Team schaffen und erhalten können, auch in Zeiten beispiellosen Wandels.

 

In Teil 1 berichtete ich über Empathie und drei Persönlichkeitstypen. In Teil 2 stelle ich Ihnen drei weitere Führungswerkzeuge vor, die mentale und emotionale Gesundheit Ihres Teams zu erhalten.

Wie Sie die mentale und emotionale Gesundheit Ihres Teams erhalten (2/2)

 

3 Soziales Verbinden

Jede Führungskraft, die ein gesundes, leistungsfähiges und engagiertes Team hat, integriert Zeiten für außerberufliche Aktivitäten und soziale Kontakte in ihren regelmäßigen Zeitplan.

 

Führungskräfte versuchen aktuell alle möglichen virtuellen Aktivitäten, um die Stimmung im Team aufrechtzuerhalten. Was ich im Gespräch mit Managern herausgefunden habe, ist, dass unterschiedliche Dinge für unterschiedliche Teams funktionieren; einige werden täglich durchgeführt, andere wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich.

 

Einige hatten großen Erfolg mit Quizabenden, andere fanden sie anstrengend und es hat sich bewährt, einfach einen Raum für freie, nicht arbeitsbezogene Gespräche zu haben.

 

Probieren Sie Dinge (Online-Verkostung von kulinarischen Spezialitäten) aus, hören Sie sich das Feedback an und passen Sie dann an. Übertragen Sie jemand anderem die Verantwortung – ernennen Sie einen „Sozialsekretär“ und wechseln Sie die Verantwortung.

 

Dies kann Ihr Team beleben, ohne dass zu viel Druck auf eine Person ausgeübt wird. Es bringt frische Ideen ein und macht es weniger zu einer „Top-Down“-Veranstaltung.

Fallstudie

Der Manager eines Kreativunternehmens stellte jeden Tag zwei Zeitfenster zur Verfügung, um den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich über nicht-arbeitsbezogene Themen zu unterhalten.

 

Das überraschte mich – er hatte ein Team von 7 Mitarbeitern, und es klang nach viel Zeit für eine relativ kleine Gruppe. Allerdings waren sie schon immer ein geselliges Team gewesen. Normalerweise aßen sie gemeinsam im Büro zu Mittag, unterhielten sich in den Kaffeepausen und genossen „After-Work“-Treffen in der Kneipe.

 

All diese spontanen Zusammenkünfte waren mit der Pandemie verschwunden. Der Manager rechnete die Zeit, die er vor der Pandemie mit sozialen Kontakten verbracht hatte, in den Arbeitstag ein; seine neuen zugewiesenen sozialen Zeitfenster nahmen nicht mehr Zeit in Anspruch als die ungeplanten Gespräche, die ein normaler Teil des Arbeitstages waren.

 

Es funktionierte – die informelle virtuelle Verbindungszeit wurde sehr gut angenommen und hielt sein Team durch die Fernarbeit zusammen. Er konnte dieses System auch nutzen, um Hinweise zu erkennen, die sonst vielleicht unbemerkt geblieben wären. Wenn er sieht, dass jemand ein paar Tage lang nicht an einer dieser Sitzungen teilgenommen hat, setzt er sich direkt mit ihm in Verbindung, um zu überprüfen, ob nicht etwas anderes im Gange ist.

4 Ein personalisierter Plan

Ich kenne Führungskräfte, die einen persönlichen Plan für ihre Teammitglieder erstellen. Dazu gehört, herauszufinden, wo sie auf der Persönlichkeitsskala stehen, wie sie gerne kommunizieren und was sie an Unterstützung brauchen.

 

Jeder hat eine bevorzugte Art zu kommunizieren. Manche Menschen mögen einen Telefonanruf, andere bevorzugen E-Mails, wieder andere nutzen gerne eine Chat-Anwendung oder eine Textnachricht. Manche mögen es zeitlich intensiver, andere bevorzugen kurze Unterhaltungen.

 

Für die persönliche Note und nicht standardisierte Arbeitskommunikation (da es vielleicht einen Unternehmensstandard für die Kommunikation gibt) treffen Sie die Menschen dort, wo sie sich am wohlsten fühlen. Doch egal, wie sehr sie E-Mails und Chats bevorzugen, Sie sollten sich mindestens einmal im Monat bei einem Videoanruf oder persönlich mit ihnen treffen (Spaziergang in der freien Natur).

Warnzeichen

Sie müssen kein Gedankenleser werden, um die mentale und emotionale Gesundheit Ihrer Teammitglieder zu erkennen. Achten Sie auf Abweichungen ihres normalen Verhaltens.

 

Wenn Sie ein Teammitglied haben, das Ihnen bisher um 2 Uhr morgens E-Mails geschickt hat, ist das kein Problem. Wenn Sie jedoch ein Teammitglied haben, das im Allgemeinen innerhalb der regulären Geschäftszeiten gearbeitet hat, und Sie erhalten Emails, die mitten in der Nacht gesendet werden, sollten Sie nachfragen.

 

Im Folgenden finden Sie eine Liste möglicher Verhaltensbereiche, anhand derer Sie die Aktionen vor und nach der Pandemie vergleichen können. Eine erkennbare Veränderung im Verhalten kann auf tiefere Probleme hinweisen, die angegangen werden müssen.

 

Jede Abweichung könnte ein Hinweis auf etwas sein, aber ein einmaliger Vorfall sollte nicht die Alarmglocken schrillen lassen. Wiederholte Vorkommnisse oder ein verändertes Verhalten auf breiter Front deuten jedoch auf etwas Tieferes hin, das angegangen werden muss.

 

Handlungen
– ungepflegtes Aussehen und vernachlässigter Kleidungsstil
– nachlassende Leistung
– mehr Beschwerden und Reklamationen seitens der Kollegen/Kunden
– verändertes Arbeits-/Schlafverhalten

 

Kommunikation
– Empfangen von Nachrichten zu ungewöhnlichen Zeiten
– unklare oder unprofessionelle Kommunikation

 

Besprechungen
– schaltet sich verspätet zu den Online-Meetings zu
– immer auf stumm oder nie mit eingeschalteter Kamera
– zieht sich zurück oder beteiligt sich nicht aktiv an den Besprechungen
– fokussiert auf Negatives

 

Emotional
– wirkt unruhig oder nervös
– starke Stimmungsschwankungen
– Verlust von Motivation, Engagement und Selbstvertrauen
– erhöhte emotionale Reaktionen – sensibel oder aggressiv, leicht verletzbar

5 Menschlichkeit anzapfen

Die gute Nachricht ist, Sie brauchen keinen teuren Kurs oder externe Ressourcen. Es wird ein wenig von Ihrer Zeit in Anspruch nehmen, und Sie müssen Ihre Menschlichkeit anzapfen.

 

Nehmen Sie sich ein paar Momente Zeit und reflektieren Sie objektiv, wie Sie Ihre Mitarbeiter behandeln;
– Sind Sie für sie da?
– Lesen Sie zwischen den Zeilen?
– Nehmen Sie sich in Einzelgesprächen die Zeit, um herauszufinden, wer sie sind und wie es ihnen geht?
– Hören Sie auf Ihre eigene Intuition?
– Stellen Sie sich die Frage: „Was braucht mein Team von mir?“
– Und bei all dem denken Sie bitte auch an sich: Was brauchen Sie selbst?

 

Je mehr Sie anfangen, sich die Zeit zu nehmen, langsamer zu werden und sich diese Fragen zu stellen, desto einfacher wird dieser Prozess. Schon bald werden dies unbewusste, mitfühlende Handlungen sein, die Sie sowohl in Ihren beruflichen als auch in Ihren persönlichen Beziehungen anwenden.

 

Menschen sagen oft mehr in dem, was sie nicht sagen. Es liegt an Ihnen, Ihre Teamkollegen als Individuen kennen zu lernen. Sie müssen die Nuancen verschiedener Charaktere wahrnehmen und beachten.

 

Wenn Sie jemanden kennenlernen, dann können Sie hinter dessen äußere Fassade sehen, die sie der Welt zeigen. Und Sie können hören, was tatsächlich gesagt wird.

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